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Foster vergessen / Dianne Touchell

26. Mai 2018 / Rezensionen / 1 Comment

Foster vergessen ist ein Titel aus dem allerletzten Programm des Königskinder Verlags und er zeigt ein weiteres Mal, wie schade die Schließung des Carlsen-Imprints ist. Die Königskinder sind Bücher mit besonderen Geschichten, die mitten ins Herz gehen. So auch Foster vergessen – eine feinfühlige Geschichte über Demenz, aus der Sicht eines Siebenjährigen erzählt.


Foster vergessen

Foster vergessen / Dianne Touchellvon Dianne Touchell
Übersetzer: Birgit Schmitz
Verlag: Königskinder
Erscheinungsdatum: 21. März 2018
ISBN: 978-3-551-56042-1
Seitenzahl: 256
Genre: Jugendbücher
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Es beginnt ganz schleichend. Dass Fosters Vater Sachen vergisst. Den Herd auszustellen zum Beispiel. Oder einen wichtigen Termin bei der Arbeit. Und zu Anfang macht sich Foster noch keine Gedanken deswegen, denn schließlich vergisst er selbst ja schließlich auch manchmal was. Doch dann häufen sich die Vorfälle und Foster versteht einfach nicht, warum das Gedächtnis seines Vaters immer löchriger wird und mehr und mehr Sachen daraus verschwinden. Und was, wenn er auch ihn, Foster, irgendwann ganz vergessen wird?


meine meinung

Der Klappentext deutet auf eine emotionale Geschichte hin. Demenz ist eine schwere Krankheit, die das komplette Leben auf den Kopf stellt – sowohl für Betroffene als auch deren Angehörige. Außenstehende können sich das Leben mit dieser Krankheit wahrscheinlich nicht vorstellen. Umso neugieriger war ich auf die Geschichte, denn ich hatte mit diesem Thema bisher keine Berührungspunkte.

Es beginnt ganz schleichend

In kurzen Kapiteln werden einzelne Situationen der Familie Sumner beleuchtet. Am Anfang sind es nur kleine Anzeichen, die auf die Krankheit des Vaters hindeuten. Später sind es schwerwiegende Aussetzer. Und immer sind es die Gedanken des siebenjährigen Fosters, die den Leser durch die traurige und manchmal witzige Geschichte begleiten.

Foster und sein Vater hatten vor Ausbruch der Krankheit ein ganz besonderes Verhältnis zueinander. Der Vater hat viele Geschichten erzählt und Foster hat es geliebt. Die beiden haben sich eine wahre Fantasiewelt aufgebaut. Umso trauriger ist es, dass der Vater anfängt diese Geschichten zu vergessen und irgendwann nicht mehr in der Lage ist, welche zu erzählen.

Doch gar nicht so traurig

Obwohl viele Situationen sehr traurig sind, so hat mich die Geschichte nicht zum Weinen gebracht. Vielmehr wurde ich beim Lesen wütend. Es hat mich wütend gemacht, dass Foster von seiner Mutter oftmals ausgeschlossen wird. Als Kind kann er die Tragweite dieser Krankheit natürlich nicht nachvollziehen, aber es setzt sich auch niemand mit ihm hin und erklärt es ihm.

Foster fand diese Antwort unbefriedigend. Damit machten die Erwachsenen nur klar, dass sie nicht darüber sprechen wollten. Jedenfalls nicht mit ihm.

Dem entsprechend verändert sich Fosters Verhalten, denn er sucht auf anderen Wegen Aufmerksamkeit. Mit hat der Junge so leid getan. Er wird, wie der Titel sagt, vergessen und das nicht einmal vom Vater, sondern auch von seiner Mutter.

Für Kinder und Erwachsene

Foster vergessen ist sowohl für Kinder als für Erwachsene ein empfehlenswertes Buch. Es zeigt, dass Kinder vielmehr wahrnehmen, als manch Erwachsener glaubt. Außerdem ist es in Ordnung manchmal auch überfordert zu sein, das zu sagen und Hilfe anzunehmen.

Am Ende müssen wir alle aufeinander aufpassen – bevor wir vergessen.


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