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Ein schwermütiger Jugendroman über Gewalt und Freundschaft

13. Mai 2017 / Rezensionen / 1 Comment

Gewalt ist fast täglich ein Thema in den Medien. Ob Gewalt an Kindern, Frauen oder Randgruppen – es gibt kaum jemanden unter uns, der nicht in irgendeiner Weise im Laufe seines Lebens damit in Berührung kommt. Liz Flanagan greift diese wichtige Thematik in ihrem Debüt auf. Als Teil einer Dissertation in Creative Writing an der Leeds Trinity University hat die Autorin eine spannende Geschichte geschrieben, die zum Nachdenken anregt.

Zwei Freundinnen – so unterschiedlich wie Tag und Nacht

Es geht um die besten Freundinnen Eden und Jess. Die 15-jährigen Mädchen sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und dennoch kann sie nichts voneinander trennen … bis Eden eines Tages vermisst wird.

Nach einer eindringlichen Szene zweier Mädchen auf einem Friedhof, die unheimlich neugierig auf das Folgende macht, wird die Handlung aus der Ich-Perspektive Jess‘ erzählt. Der gesamte Handlungszeitraum beschränkt sich auf einen Tag beginnend mit dem Verschwinden Edens und wird immer wieder von Erinnerungen Jess‘ an die vergangenen Monate unterbrochen. Passend dazu ist die Geschichte neben einem Prolog und Epilog in drei Teile gegliedert: Der Morgen, Der Nachmittag, Der Abend.

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Wie viel kann ein junger Mensch ertragen?

Der Wechsel zwischen der Suche nach Eden und den Gedanken Jess‘ sorgt für konstant steigenden Spannungsaufbau. Anfangs werden dem Leser einzelne Brocken vor die Nase geworfen. Nach und nach fügt sich aber alles zusammen und offenbart eine tragische Geschichte.

Beide Mädchen haben in ihren jungen Jahren schlimme Erfahrungen machen müssen. Ich war fasziniert davon, wie unterschiedlich die beiden mit ihren Erlebnissen umgehen und sich dabei gegenseitig versuchen zu unterstützen. Vor Allem Jess hat mich mit ihrer bedingungslosen Freundschaft überwältigt.

„Egal. Ich würde Edens Schutzschild sein. Ich würde mich zwischen sie und den Rest der Welt stellen.“

Konstruiert wirkende Liebesgeschichte

Störend dagegen fand ich die konstruiert wirkende Beziehung zwischen Eden, ihrem Freund Liam und Jess. Der Klappentext verrät bereits, dass Liam und Jess mehr verbindet, als man zunächst vermuten mag. Diese seichte Liebesgeschichte empfand ich dermaßen deplatziert, dass sie mich beim Lesen richtig gestört hat. Die Freundschaft zwischen Eden und Jess bietet so viele Emotionen, Kraft und Hoffnung, dass es für den Roman bei Weitem ausgereicht hätte.

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Aus diesem Grund kam bei mir die angepriesene „hochemotionale“ Stimmung nicht auf. Das fand ich sehr schade, denn vor Allem bei diesen schwierigen Themen wie Gewalt, Freundschaft und Liebe möchte man doch mitleiden.

Nichtsdestotrotz hat die Autorin mich vor Allem mit der Freundschaftsthematik mitgerissen. Es wird gezeigt, wie wichtig es ist, sich umeinander zu kümmern und miteinander zu reden. Daneben werden Individualität, Trauerbewältigung und Loyalität in dieser schwermütigen Geschichte vereint, dass man am Ende die Buchdeckel schließt, die Handlung dennoch eine Weile im Kopf bleibt.


Eden Summer

Ein schwermütiger Jugendroman über Gewalt und Freundschaftvon Liz Flanagan
Übersetzer: Sabine Schulte
Verlag: Aladin
Erscheinungsdatum: 3. März 2017
ISBN: 978-3-8489-2093-8
Seitenzahl: 368
Genre: Jugendbücher
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four-stars (Mehr Infos zum Bewertungssystem)

"Wenn wir Eden nicht finden, werde ich mir nie, nie verzeihen, was letzten Samstagabend passiert ist."
Obwohl die schüchterne Jess und die allseits beliebte Eden so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, kann nichts die beiden trennen. Bis Eden eines Tages spurlos verschwindet! Die Suche nach der vermissten Freundin konfrontiert Jess bald mit dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit, und dann ist da noch Liam, Edens Freund, mit dem Jess mehr verbindet als sie wahrhaben will.
Liz Flanagans Debüt ist ein hochemotionaler Thriller im Spannungsfeld von Liebe, dunklen Familiengeheimnissen und einer außergewöhnlichen Freundschaft.


Weitere Rezensionen auf: Tintenmeer, TthinkTtwice, Angeltearz liest


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One response to “Ein schwermütiger Jugendroman über Gewalt und Freundschaft

  1. Huhu 🙂

    Danke für die Verlinkung! Sehr schade, dass dich die Liebesgeschichte gestört hat und dir damit die Möglichkeit genommen hat so richtig mitzuleiden.
    Mich hat das Buch echt mitgenommen und ich habe Rotz und Wasser geheult. Aber so unterschiedlich empfinden wir alle. 🙂

    Liebe Grüße
    Miri

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