Das Labyrinth der träumenden Bücher / Walter Moers

20. November 2011 / Rezensionen / 1 Comment

Über zweihundert Jahre ist es her, seit Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher, von einem verheerenden Feuersturm zerstört worden ist. Der Augenzeuge dieser Katastrophe, Hildegunst von Mythenmetz, ist inzwischen zum größten Schriftsteller Zamoniens avanciert und erholt sich auf der Lindwurmfeste von seinem monumentalen Erfolg. Er gefällt sich im täglichen Belobhudeltwerden, als ihn eine verstörende Botschaft erreicht, die seinem Dasein endlich wieder einen Sinn gibt.

Verlockt durch einen rätselhaften Brief kehrt Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim zurück. Die prächtig wiederaufgebaute Stadt ist erneut zur pulsierenden Metropole der Literatur und zum Mekka des Buchhandels geworden und wird durchströmt von Buchverrückten aller Art. Dem Rätsel auf der Spur gerät Mythenmetz, kaum hat er die Stadt betreten, in ihren abenteuerlichen Sog. Er begegnet alten Freunden wie der Schreckse Inazea Anazazi, den Buchlingen Ojahnn Golgo van Fontheweg, Dölerich Hirnfidler und Gofid Letterkerl, dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer, aber auch neuen Bewohnern, Phänomenen und Wundern der Stadt, wie den mysteriösen Biblionauten, den obskuren Puppetisten und der jüngsten Attraktion Buchhaims, dem »Unsichtbaren Theater«. Dabei verirrt sich Mythenmetz immer tiefer im »Labyrinth der Träumenden Bücher«, das geheimnisvoll und unsichtbar die Geschicke Buchhaims zu bestimmen scheint. Bis er schließlich in einen unaufhaltsamen Strudel von Ereignissen gerät, der alle Abenteuer, die er je zu bestehen hatte, in jeder Hinsicht übertrifft.


Das Labyrinth der träumenden Bücher / Walter MoersDas Labyrinth der Träumenden Bücher (Zamonien, #6) von Walter Moers
Verlag: Knaus
Erscheinungsdatum: 5. Oktober 2011
ISBN: 978-3-8135-0393-7
Seitenzahl: 432
Genre: Fantasy
Reihe: Buchhaim #2
Weitere Bücher der Reihe: Die Stadt der Träumenden Bücher (Zamonien, #4)
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Hildegunst von Mythenmetz kehrt zurück in die »Stadt der Träumenden Bücher«
Über zweihundert Jahre ist es her, seit Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher, von einem verheerenden Feuersturm zerstört worden ist. Der Augenzeuge dieser Katastrophe, Hildegunst von Mythenmetz, ist inzwischen zum größten Schriftsteller Zamoniens avanciert und erholt sich auf der Lindwurmfeste von seinem monumentalen Erfolg. Er gefällt sich im täglichen Belobhudeltwerden, als ihn eine verstörende Botschaft erreicht, die seinem Dasein endlich wieder einen Sinn gibt.
Verlockt durch einen rätselhaften Brief kehrt Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim zurück. Die prächtig wiederaufgebaute Stadt ist erneut zur pulsierenden Metropole der Literatur und zum Mekka des Buchhandels geworden und wird durchströmt von Buchverrückten aller Art. Dem Rätsel auf der Spur gerät Mythenmetz, kaum hat er die Stadt betreten, in ihren abenteuerlichen Sog. Er begegnet alten Freunden wie der Schreckse Inazea Anazazi, den Buchlingen Ojahnn Golgo van Fontheweg, Dölerich Hirnfidler und Gofid Letterkerl, dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer, aber auch neuen Bewohnern, Phänomenen und Wundern der Stadt, wie den mysteriösen Biblionauten, den obskuren Puppetisten und der jüngsten Attraktion Buchhaims, dem »Unsichtbaren Theater«. Dabei verirrt sich Mythenmetz immer tiefer im »Labyrinth der Träumenden Bücher«, das geheimnisvoll und unsichtbar die Geschicke Buchhaims zu bestimmen scheint. Bis er schließlich in einen unaufhaltsamen Strudel von Ereignissen gerät, der alle Abenteuer, die er je zu bestehen hatte, in jeder Hinsicht übertrifft.
http://www.randomhouse.de/Buch/Das-La...


Meine Meinung

Das also war die Fortsetzung von „Die Stadt der träumenden Bücher“.

Unschlüssig sitze ich vor einem leeren weißen Blatt und sinniere darüber, ob mir das nun gefallen hat, was mir da vorgesetzt wurde oder nicht? So ähnlich muss sich Mythenmetz im Puppaecircus Maximus bei der Vorführung seines eigenen Lebens gefühlt haben – hin- und hergerissen zwischen Gefallen und Nichtgefallen.

Nun denn, versuche ich meine Gedanken zu einer kurzen Rezension zu ordnen.

Die Geschichte hat gewohnt stark angefangen. Schon nach den ersten Sätzen war ich wieder in der Welt Zamoniens gefangen.

200 Jahre sind seit Mythenmetz` letztem Besuch in Buchhaim vergangen. Sein Erfolg hat ihn zu einem fetten eingebildeten Lindwurm werden lassen, der keinen Sinn mehr für das wahre Leben hat.

Schnell besinnt er sich jedoch, als er (ähnlich wie im ersten Buch) einen Brief aus Buchhaim erhält. Der Schattenkönig sei zurückgekehrt …

Wieder neu motiviert macht sich der Lindwurm auf nach Buchhaim. Die Stadt hat sich während seiner Abwesenheit von einer mittelalterlichen Stadt zu einer Metropole entwickelt. Neue Einflüsse haben das Leben der Buchhaimer stark verändert.

Mythenmetz beschreibt wunderbar bildlich seine Eindrücke von der Stadt und auch alte Bekannte treffen wir wieder. Nach und nach rückt die eigentliche Handlung jedoch immer stärker in den Hintergrund und Nebensächlichkeiten nehmen eine zentrale Rolle ein.

Die Beschreibung des aus dem Buchinismus entstandenen Biblionismus mit all seinen Untergruppen war noch ganz interessant und witzig, doch dann folgte die ausführlichste Beschreibung des Puppetismus.

Der Einstieg – das Puppenspieltheater rund um Mythenmetz` erste Reise in die Katakomben von Buchhaim – hat mir noch ganz gut gefallen, aber schon hier hat der Hang zum Detaillierten mich ein wenig angefangen zu nerven. Spätestens nach der zweiten Wiederholung dürfte auch der letzte verstanden haben, dass die Puppen und Kulissen real wirken.

Danach werden alle möglichen und unmöglichen Facetten des Puppetismus vorgeführt und der Leser dabei immer wieder verhöhnt, dass das Thema ja eigentlich noch viel umfassender wäre.

Dieser (endlos erscheinende) Teil hat einen inneren Kampf in mir hervorgerufen. Am liebsten hätte ich viele viele Seiten überblättert, aber meine Angst doch eine womöglich spannende Stelle zu verpassen, hat mich brav weiterlesen lassen.

Einzig spannender Lichtpunkt zwischendurch war Mythenmetz` Gespräch mit einem Librinauten.

Erst die letzten 20 Seiten haben mich aus meiner Trance wieder aufwachen lassen, um mir am Ende zu verkünden, dass hier die Geschichte beginnen soll.

Ich habe keinen actionreichen Roman erwartet. Auch Mythenmetz` detaillierte Beschreibungen der Stadt und all ihren Besonderheiten gefallen mir eigentlich sehr gut, aber hier war es einfach zu viel.

Fazit

Der Ideenreichtum, der Umgang mit der Sprache und die Illustrationen sind wie immer grandios. Ich hätte stundenlang von Mythenmetz` Streifzügen durch Buchhaims Antiquariate und seinen Begegnungen mit den Bewohnern lesen können, aber auf die Teilnahme an seinen Studien zum Puppetismus hätte ich dankend verzichten können.

Nun freue ich mich trotzdem auf die Fortsetzung ….


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One response to “Das Labyrinth der träumenden Bücher / Walter Moers

  1. Hallo Yvonne,

    ich habe gerade deinen Blog durch diese Rezension gefunden und würde mich freuen sie zu meiner mit dazu verlinken zu dürfen.

    Deine Rezension spricht mir förmlich aus der Seele, denn auch ich hätte noch viele hundert Seiten erlesen können, wie Hildegunst die Antiquare nach Büchern durchstöbert. Schon allein die Namen der Autoren machten das Ganze schon um vieles unterhaltsamer. Schade das es diesmal überhaupt nicht so war. Hoffen wir darauf, das es doch noch einen Nachfolger gibt.

    Liebe Grüße, Anja

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