Monatsspecial-Mai

Verfilmung zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist einfach grandios!

4. Mai 2017 / (Buch)Aktionen, Rezensionen / 0 Comments

Habt ihr vor euch die Verfilmung zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ im Kino anzusehen?

Ich habe die Vorschau zum Film zum ersten Mal letztes Jahr im Kino gesehen. Ganz ehrlich? Mich hat das noch nicht neugierig gemacht. Ich kannte das Buch nicht und der Trailer hat mich mit seinen in dem Moment skurril erscheinenden Szenen nicht angesprochen.

Wie dumm ich war, denn sowohl das Buch als auch der Film haben mich emotional vollkommen umgehauen und „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist zu einer meiner Lieblingsgeschichten geworden.

Der Film basiert auf den gleichnamigen Roman von Patrick Ness.

Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht –aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit…

Regisseur J.A. Bayona und sein Team haben diesen Roman so unfassbar gut verfilmt, dass ich emotional zerstört aus diesem Film gegangen bin.

Wie geht ein Kind mit dem unausweichlichen Tod eines geliebten Menschen um?

Filme, in denen Krankheiten eine Rolle spielen, bieten meist genug Stoff, um die Zuschauer zu Tränen zu rühren. Hier wird aber auf eine ganz besondere Art und Weise mit dem Thema umgegangen. Im Mittelpunkt steht der 13-jährige Conor, dessen Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist. Aus seiner Sicht erlebt man die Gedanken und Gefühle eines Kindes in dieser schwierigen Situation.

Dank einer genialen Kameraführung hat man wirklich das Gefühl bei Conor zu sein, kann seine emotionale Isolation spüren. Wie gern hätte ich ihn in den Arm genommen. Lewis MacDougall hat die wechselnden Emotionen aus Wut, Trauer, Trotz und Hilflosigkeit überaus glaubwürdig dargestellt.

Die Szenen, in denen das Monster seine Geschichten erzählt, sind faszinierend und künstlerisch dargestellt. Sie passen wunderbar in das Kunstthema, dass Conor und seine Mutter miteinander verbindet.

Die wohl beeindruckendsten Szenen sind diese, in denen das Monster selbst auftaucht. Das baumartige Wesen begleitet Conor auf dem Weg zu seiner Wahrheit, in dem er ihm Geschichten erzählt. Das Monster wirkt überaus real in seinen Bewegungen und seiner Mimik. Liam Neesons als dessen Synchronisation passt perfekt.

Verschwimmende Grenzen zwischen Realität und Fantasie

Das Team hat es geschafft, die Realität und Fantasie eindrucksvoll miteinander verwachsen zu lassen. Nicht immer ist klar, was gerade real ist und was nicht. Bis zum Schluss saß ich bewegungslos im Kino und wollte wissen, was Conors Wahrheit ist. Man kann es im Laufe des Films sicher erahnen und doch haut einen dieser Moment so um, dass man nichts anderes als weinen kann (was man aber ohnehin schon die ganze Zeit tut).

Mit der musikalischen Untermalung von Fernando Velázquez werden die Szenen in ihrer emotionalen Wucht noch einmal verstärkt. Aber vor Allem das Lied „Tear up this Town“ von der britischen Band Keane hat mich zum Weinen gebracht.

Ich kann euch diesen Film nicht als Abendunterhaltung empfehlen. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist eine eindrucksvolle Buchverfilmung, die bewegt und emotional vollkommen überwältigend ist. Nehmt euch eine XXL-Packung Taschentücher mit und seht ihn euch an!


Alle Beiträge des Monatsspecials in der Übersicht:
1.5. – Rezension zum Buch bei Yvonnes Bücherecke
2.5. – Hintergrundinfos zum Buch und Autoren bei Letterheart
3.5. – Hintergrundinfos zum Film bei Yvonnes Bücherecke
4.5. – Filmrezension bei Yvonnes Bücherecke und Letterheart
5.5. – Buch vs. Film bei Yvonnes Bücherecke und Letterheart


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