Rezension – Unsterblich – Tor der Dämmerung von Julie Kagawa

18. Mai 2014 / Rezensionen / 0 Comments


Meine Meinung
Mit Unsterblich – Tor der Dämmerung zeigt sich die Autorin der allseits bekannten Feen-Reihe von einer ganz anderen Seite. Weg von schillernden Fantasiewelten wird der Leser nun in eine düstere dystopische Umgebung entführt. Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie.

In dieser neuen Jugendbuchreihe stehen Vampire im Mittelpunkt. Wer wie ich dem Buch gegenüber nun erst einmal abgeneigt ist, weil er keine Lust auf glitzernde dummdämlich schmachtende Tote hat, dem sei gesagt, dass diese Geschichte eine völlig andere Richtung einschlägt.

Nach einer Epidemie werden die überlebenden Menschen von Vampiren unterdrückt. Vampirstädte werden errichtet, in denen die Bewohner zwar beschützt werden, aber dafür den Vampiren regelmäßig Blut liefern müssen. Daneben gibt es die Unregistrierten wie die Protagonisten Allie. Sie müssen in den Ruinen der Stadt täglich ums Überleben kämpfen.

Ich finde es richtig gut, dass man von Anfang an weiß, was passiert ist. Endlich mal ein Buch bei dem die Weltanschauung des/der Protagonist/in nicht plötzlich vollkommen erschüttert wird und man ewig raten muss, was wirklich passiert ist. Julie Kagawa redet von Anfang an Klartext.

Die Atmosphäre ist durchgehend düster und bedrohlich. Kagawa beschreibt die Schauplätze so ausführlich, dass man ein umfassendes Bild dieser Zukunftsvision bekommt.

Allie (Allison Sekemoto) ist die Protagonistin und zugleich Ich-Erzählerin der Handlung. Auf über 600 Seiten verfolgt man in vier Abschnitten ihre letzten Tage als Sterbliche, ihre Verwandlung und ihr neues Leben als Vampir. Trotz seiner beachtlichen Seitenzahl liest sich dieser Schmöker nur so weg. Es gibt zahlreiche turbulente und aufregende Szenen, aber auch ruhige und gefühlvolle Momente. So kann sich die Spannung bis zum Schluss auf einem konstant hohem Niveau halten.

Allie ist ein Charakter, den man einfach nur lieben kann. Man lernt sie als selbstbewusste junge Frau kennen, die vom Überlebenskampf geprägt ist, aber mit der Zeit eröffnet sich dem Leser auch ihre weiche Seite.

Zeke ist ein Mensch und zusammen mit seiner Gruppe auf der Suche nach Eden – einer angeblich vampirfreien Stadt. Er ist wohl der typische Schwiegersohn, den sich jede Mama wünscht – aufopferungsvoll, nett, intelligent. So kann man gar nicht anders als ihn sympathisch zu finden.

Natürlich entwickelt sich zischen den beiden eine zarte Romanze, die aufgrund der Tatsache, dass Allie ein Vampir und Zeke ein Mensch ist, unter keinem guten Stern steht. Julie Kagawa hat diese Geschichte sehr gut in die Gesamthandlung eingebaut.

Das Ende lässt einige Fragen offen und nun gespannt den zweiten Teil erwarten.

Fazit
Überraschender Weise konnte mich das Buch völlig für sich einnehmen. Die Idee ist so genial, dass ich vergessen habe, dass ich Vampire eigentlich gar nicht mag. Ich freue mich ungemein auf die Fortsetzung.


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