Rezension

Rain – Das tödliche Element

10. März 2015 / Rezensionen / 0 Comments

Meine Meinung

Ich hatte mit dem Buch so meine Startschwierigkeiten. Schuld daran ist der sehr gewöhnungsbedürftige Schreibstil. Die Sprache ist extrem umgangssprachlich, ja für mein Gefühl fast schon primitiv. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive Rubys erzählt wird, habe ich sie zunächst überhaupt nicht gemocht, weil sie mir dadurch sehr dümmlich erschien. Auch die Schmetterlinge als Platzhalter für Schimpfwörter, die Ausrufe (wie „Aaahhh“) und die teilweise scheinbar verklemmte Feststelltaste beim Druck (ES IST ECHT ANSTRENGEND, WENN MAN GANZE ABSÄTZE NUR IN GROßBUCHSTABEN LESEN MUSS!), lassen den Lesefluss zunächst holpern. Außerdem mag ich es überhaupt nicht, wenn der Protagonist den Leser direkt anspricht.

Nach ein paar Kapiteln habe ich mich mit dem Schreibstil aber arrangiert und konnte mich voll und ganz auf die Handlung einstellen. Die Idee selbst ist grandios. Dass Regen aufgrund von Bakterien zu einer Bedrohung werden könnte, erscheint mir gar nicht allzu abwegig und macht die Story damit umso interessanter.

Aus der Sicht Rubys erlebt man ihren Überlebenskampf. Ich fand es sehr spannend zu sehen, wie sie mit der Katastrophe umgeht. Manche Verhaltensweisen Rubys scheinen erst einmal extrem abwegig zu sein (Wer färbt sich nach so einer Katastrophe schon die Haare?), aber dann erfährt man, dass sie erst 15 Jahre alt ist und dann ist das alles wieder ganz natürlich. Ruby ist ein sehr erfrischender Charakter, der sich von den im Allgemeinen perfekten Protagonisten abhebt. Ihre vielseitige Gefühlswelt, bestehend aus Wut, Angst, Trauer, Witz, Hoffnung und Mut, hat mir sehr gut gefallen und macht ihre Entwicklung im Verlauf der Handlung authentisch.

Ich kann nicht sagen, dass mich das Buch wahnsinnig gefesselt hat. Dafür passiert zu wenig wirklich Aufregendes. Die Faszination liegt hier eher im Verhalten der jungen Protagonistin und den anderen Überlebenden. Was wird sie als nächstes tun? Wie reagiert sie in bestimmten Situationen? Wie würde ich reagieren? Kann die Katastrophe beendet werden?

Das Ende ist sehr abrupt und endet quasi mitten im Geschehen. Jetzt bin natürlich neugierig, was der zweite und letzte Band bereithält.

Fazit

Hat man sich erst einmal an den Schreibstil und Ruby gewöhnt, erwartet den Leser ein faszinierendes Endzeit-Szenario, bei dem man eigentlich am Liebsten wegschauen möchte, aber nicht kann. Eine souveräne Geschichte, die neugierig auf den nächsten Teil macht.

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Livi liest // Bücherkeks’Welt // Carlys Buchsucht


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