Jenseits des Schattentores (Beate Teresa und Susanne Hanika) | Rezension

28. November 2015 / Rezensionen / 2 Comments

– Meine Meinung –

Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut und dann ist es so eine Enttäuschung.
Über 400 Seiten lang fliegen nur Fragezeichen in meinem Kopf herum bis dann auf den letzten 70 Seiten endlich mal Spannung aufkommt. Aber von Anfang an…

Sehr verwirrende Handlung

Die Geschichte spielt in Rom und wird aus zwei Perspektiven erzählt. Während die Göttin Persephone (oder auch Pippa) ihre Eindrücke und Gedanken in der Ich-Perspektive wiedergibt, verfolgen wir Aurora in der personalen Erzählform. Dieser Wechsel war mir neu und hat mir zunächst gefallen, aber weil die Handlung so extrem verwirrend und sprunghaft ist, habe ich oft Probleme gehabt dem Geschehen zu folgen. Sicher ist diese Verwirrung so gewollt, aber bitte … 400 Seiten? Für mich kam dadurch einfach keine Spannung auf, weil ich dem Geschehen vor lauter Fragezeichen vor dem Kopf nur bedingt folgen konnte.

Genauso wenig wie mit der Handlung konnte ich etwas mit den Charakteren anfangen.
Aurora erscheint mir meist dümmlich und außerordentlich naiv. Mag ja sein, dass sie durch Zufall in diese Situation gekommen ist, aber warum lässt sie das alles mit sich machen? Warum widerspricht sie nicht, wenn ihr Dinge vorgeworfen werden? Oder warum versucht sie nicht einfach zu fliehen? Und woher kommen die Gefühle für Leon? Ich habe es nicht verstanden und dem entsprechend konnte ich keine Sympathie für sie aufbringen.

Griechische Götter in Rom?

Persephone und Kassiopeia sind weitere Charaktere, die mir so überhaupt nicht gefallen haben. Vielleicht liegt es an meinem Bild von Göttern – ich stelle sie mir anmutig, gebildet und selbstbewusst vor, aber das sind die Damen hier keineswegs. Während die eine von Selbstzweifeln geplagt wird und sich vorwiegend Gedanken um ihren alternden Körper und ihre misslungene Beziehung zu Hades macht, interessiert sich die andere nur für ihr Aussehen und Vergnügen. Ich konnte damit so gar nichts anfangen und war richtig genervt. Und warum spielen Brüste in dem Buch eigentlich eine so große Rolle? Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass diese in jedem zweiten Satz vorkommen.

Warum die Autorinnen nun griechische Götter nach Rom verfrachtet haben, hat sich mir nicht erschlossen, aber das hat mich auch gar nicht gestört, wenn sie halt nicht so nervig gewesen wären.

Fesselndes Finale mit emotionalem Ende

Die letzten Seiten werden dann doch tatsächlich noch spannend. Man beginnt Zusammenhänge zu verstehen und begreift die Motivation der handelnden Personen. Zum Schluss gibt es noch einen wirklich packenden Showdown, der in einem zugegeben emotionalen Finale endet, welches mir sehr gefallen hat und mich nach dem Lesen doch irgendwie befriedigend zurück gelassen hat.

Auch wenn mich der Inhalt so gar nicht fesseln konnte (außer eben das Ende), habe ich das Buch dank des angenehmen Schreibstils sehr schnell durchlesen können. Die beschriebenen Szenen sind sehr anschaulich und auch der Humor hat mir gut gefallen.

– Fazit –

Ich weiß nicht, ob es sich lohnt ein Buch zu kaufen, welches zu 4/5 verwirrend und zu 1/5 spannend ist? Das muss jeder wohl für sich selbst entscheiden. Die Idee hat ihr Potenzial, aber die Umsetzung hat mir einfach nicht gefallen. Über weite Strecken haben mich Handlung und Charaktere einfach genervt. Ich finde es richtig schade, dass mich die Geschichte einfach nicht mitreißen konnte. Immerhin fand ich die Dark Angels‘- Reihe sehr gut.

– Weitere Meinungen –

His & Her Books // Sarahsuperwoman // Tanjas Rezensionen


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2 responses to “Jenseits des Schattentores (Beate Teresa und Susanne Hanika) | Rezension

  1. Hallo Yvonne,
    schön, dass es auch jemanden gibt, der nicht so von dem Buch begeistert war.
    Ich habe mich letzte Woche erst durch die 480 Seiten gequält und hatte genau die gleichen Probleme wie du. Hattest du am Ende auch noch haufenweise offene Fragen?

    Liebe Grüße
    Franzi

    • Yvonne

      Hallo Franzi,
      ich habe mich vor Kurzem erst mit einer Kollegin über das Buch unterhalten. Sie fand das Buch genauso schrecklich. 🙂
      Ich fand die allerwichtigsten Fragen wurden erstmal geklärt, aber so dieses große Ganze habe ich bis heute nicht verstanden. Sehr schade!
      Ich wünsche dir nun ein ganz spannendes Buch. 🙂

      Liebe Grüße,
      Yvonne

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