Rezension | Gelöscht von Teri Terry

28. September 2014 / Rezensionen / 0 Comments


Meine Meinung
London, nur 40 Jahre in der Zukunft: Die Medizin hat große Fortschritte gemacht. Es wurde eine Möglichkeit gefunden die Erinnerungen eines Menschen vollständig zu löschen. Dieses Verfahren nennt sich Slating und wird von der Regierung bei vermeintlichen jugendlichen Verbrechern eingesetzt.

Auch die 16-jährige Kylas Gedächtnis wurde gelöscht. Sie hat keine Erinnerungen an ihr früheres Leben und muss alles von Grund auf neu lernen. Gemeinsam mit der Protagonistin erlebt der Leser die ersten Wochen und Monate in Kylas neuem Leben.

Der Einstieg in die Handlung fällt zunächst leicht. Die neuen Eindrücke Kylas, ihre Gedankengänge sind interessant beschrieben, aber mit der Zeit verliert sich die Handlung in zu vielen Alltäglichkeiten. Teilweise kommt es zu Wiederholungen, so dass es für kurze Zeit fast langweilig wird. Einziger Lichtblick sind Kylas Albträume, die man noch nicht zuordnen kann. Zum Ende hin gewinnt man zunehmend Erkenntnisse, die noch einmal für viel Spannung sorgen.

Wirklich gut gelungen ist die Darstellung der Charaktere. Kyla ist keine Protagonistin, die dem Leser sofort sympathisch ist. Sie erscheint sehr naiv, fast wie ein kleines Kind, aber gerade das hat zur Geschichte gepasst. Besonders ihre Neugier und ihr stärker werdendes Selbstbewusstsein haben mir gefallen. Auch die Nebencharaktere wie Kylas Eltern oder Dr. Lysander sind sehr gut gelungen. Es lässt sich nicht sagen, wer gut oder böse ist. Sobald man scheinbar eine Ahnung hat, kommt es zu einer überraschenden Wendung.

Lediglich mit Ben, einem weiteren Slater, konnte ich nicht viel anfangen. Er und Kyla entwickeln Gefühle füreinander, aber wo die plötzlich herkommen, habe ich nicht nachvollziehen können.

Nach der letzten Seite bleiben einige Fragen offen, die man als Leser unbedingt geklärt haben möchte. So bin ich auf die Fortsetzung gespannt.

Fazit
Wer eine Dystopie voller Action erwartet, wird von dem Buch enttäuscht werden. Gelöscht ist eine ruhige Geschichte, die sich überwiegend mit der Entwicklung der Protagonistin Kyla beschäftigt. Auch wenn die Handlung zeitweise nur schleppend vorankommt, macht die Thematik sehr neugierig und man hofft gemeinsam mit Kyla Antworten zu finden.


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