Erebos / Ursula Poznanski

8. Januar 2012 / Rezensionen / 3 Comments

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten.
Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …


Erebos / Ursula PoznanskiErebos von Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 6. Juni 2011
ISBN: 978-3-7855-7361-7
Seitenzahl: 485
Genre: Jugendbücher
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Erebos ist ein Computerspiel, das an einer Londoner Schule als Raubkopie von Schüler zu Schüler herumgereicht wird; wer es einmal spielt, wird "süchtig" danach.Die Spielregeln sind rigide: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen; wer stirbt, fliegt raus und kann nicht wieder zurück ins Spiel; Spieler dürfen mit niemandem darüber reden und müssen immer allein sein, wenn sie spielen, und auch wer gegen diese Spielregeln verstößt, fliegt ohne die Chance auf Rückkehr in die virtuelle Welt von Erebos.Fortgeschrittenen Spielern stellt das Erebos Aufgaben, und die werden nicht in der virtuellen, sondern in der tatsächlichen Realität erledigt, und so verschwimmen die Fiktion des Spiels und die Realität mit zunehmender "Verweildauer" im Spiel.
Nick ist einer der Schüler an der Londoner Schule; auch er gerät in die virtuelle Welt von Erebos, und auch er wird süchtig danach, aber dann befiehlt ihm das Spiel einen sehr realen Mord...


Meine Meinung

Stell dir vor du bekommst eine DVD zugesteckt, auf der ein Spiel gebrannt ist. Du beginnst zu spielen, erfüllst Missionen, doch auf einmal sollst du Aufträge im realen Leben ausführen …. aber du darfst niemandem etwas sagen.

Allein den Gedanken finde ich schon gruselig, dass ein Spiel seinen Spieler genau beobachtet.
Passend dazu ist das Cover gestaltet. Durch das Auge hat man das Gefühl, vom Buch beobachtet zu werden, was doch im Zusammenhang mit dem Inhalt Unbehagen auslöst und auf die Geschichte einstimmt.

Der Einstieg in das Buch ist sehr leicht gefallen. Aus der Sicht von Nick beobachtet der Leser wie immer mehr Päckchen heimlich unter den Schülern herumgereicht und manche von ihnen immer merkwürdiger werden.
Wann erhält Nick auch endlich ein Päckchen? Was ist das?
Gefesselt wartet man, was passiert.

Schon nach wenigen Seiten wird das Warten belohnt und wir dürfen zusammen mit Nick EREBOS beginnen. Es wird schnell klar, dass das Spiel anders ist, als andere Spiele und trotzdem tauchen wir immer mehr in die Spielwelt ein.
Es kommt eine weitere Erzählperspektive hinzu, die der Spielfigur Sarius.
Anfangs fand ich das sehr befremdlich, aber mit der Zeit hat mir das immer besser gefallen, weil dadurch deutlich wird, wie das Spiel immer mehr Nicks reales Leben bestimmt – so als wäre EREBOS die Realität und die Realität ein Spiel.

Dann kommt die erste reale Aufgabe für Nick. Ab da habe ich das Buch teilweise mit Kopfschütteln gelesen und mich immer wieder gefragt, warum man das macht? Gleichzeitig habe ich mich gefragt, ob ich das vielleicht auch machen würde? Würde ich eine Aufgabe erfüllen, die mir mein Computerspiel aufträgt im realen Leben zu erledigen? Wie weit würde ich gehen?

Nick gerät immer mehr in den Sog des Spiels, bis er sich irgendwann nicht mehr an die Regeln hält …

Zum Ende hin verliert das Buch ein wenig an Spannung. Die Kontrolle durch das Spiel und die möglichen Konsequenzen bei Nichteinhalten der Regeln scheinen ein wenig an Bedeutung zu verlieren. Gerade zum Schluss hätte ich mir ein wenig mehr Aggressivität durch Erebos gewünscht, immerhin halten einige die Regeln nicht ein.

Die Auflösung des Ganzen ist genial durchdacht und lässt mich als Leser mit gemischten Gefühlen zurück, weil ich die Gedanken nicht für abwegig halte und mir gut vorstellen könnte, dass sowas einmal passiert.

Fazit

Das Buch fesselt und liest sich unglaublich schnell. Ich mag es, dass Ursula Poznanski aktuelle Themen aufgreift und daraus ihre eigene Geschichte macht.
Bei dem Buch kann man eigentlich nichts falsch machen. Also lesen!


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3 responses to “Erebos / Ursula Poznanski

  1. Danke dir … ja, bei dem Buch kann man eigentlich nichts falsch machen … naja obwohl … das dachte ich bei "Die fließende Königin" auch. ^^
    Einfach lesen. Viel Spaß dabei.
    LG, Yvonne

  2. Anonym

    Ja, ich fand das Buch einfach genial!!
    Es gehört seit ich es gelesen hab zu meinen Lieblingen.
    Ich habe es an einem Tag verschlungen:D
    LG

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