Ein Teil von uns / Blogtour / Umgang mit einer tödlichen Krankheit

9. April 2016 / (Buch)Aktionen / 23 Comments

Hallo ihr Lieben,

ich freue mich, dass ihr an Tag 3 der Blogtour auf meiner Seite vorbeischaut. Ich möchte euch heute zu einem etwas persönlicheren Post einladen.

Bücher, in denen es um schwere Krankheiten geht, gehen mir besonders ans Herz.
Nachdem meine Mutter 2012 an Brustkrebs erkrankte und danach ein Infarkt und eine Lungenembolie folgten, weiß ich wie schnell sich das Leben von heut‘ auf morgen verändern kann. Bis heute kämpft sie mit den Folgen dieser Krankheit, aber mit eisernem Willen geht es jeden Tag ein Stückchen weiter.

Ein Teil von uns ist eine dieser Geschichten, in denen mit dem Thema Krankheit so wunderbar authentisch umgegangen wird. Ich habe mich in Vorbereitung auf diesen Beitrag mit meiner Mama unterhalten und festgestellt, dass sich viele ihrer Gedanken mit denen von Aaron ähneln.

Krankheit macht einsam

Meine Mutter sagte zu mir, dass man aufpassen muss, dass man nicht von der Welt ausgeschlossen wird. Plötzlich ist man der/die Kranke. Niemand weiß, wie man sich dem Betroffenen gegenüber verhalten soll, also meldet man sich einfach gar nicht. Auch bei Aaron ist dies der Fall.

Mit meiner Mom habe ich seither fast nur telefonischen Kontakt, weil sie alleine ein Gasthaus betreibt, und bis auf Timo hat sich seit Monaten niemand von meinen Kumpels mehr hier blicken lassen. (S. 23)

Und obwohl es einem selber an vielen Tagen schlichtweg beschissen geht, macht sich der Betroffene viel mehr Gedanken um seine Umgebung als um sich selbst.

„Krank sein ist ätzend, Nia. Es ist langweilig und anstrengend und deprimierend, und das nicht nur für den Kranken selber, sondern auch für alle Leute um ihn herum. Wenn du also deine Familie und deine Freunde nicht komplett runterziehen willst, musst du ihnen das ganze erträglicher machen, ohne dich permanent zu verstellen. Sarkasmus war für mich der beste Kompromiss.“ (S. 231 f.)

Darum sind Familie & Freunde in dieser Zeit besonders wichtig

Ich weiß, wie sehr sich meine Mutter über unsere spontanen Aufmunterungsaktionen gefreut hat – und sei es nur ein banales Picknick im Park. Es ist egal, Hauptsache man war da.

Umso charmanter finde ich den besten Freund Timo, der Aaron auf seine eigene skurrile Art und Weise aufmuntert und einfach für ihn da ist.

Ich brauche keinen Sex – das Leben fickt mich jeden Tag. Das steht auf einem T-Shirt, das Timo mir einmal mitgebracht hat. Wer ihn nicht kennt, würde sich wahrscheinlich darüber wundern […] allerdings verarscht (er) mich nur deswegen, wie er es auch mit jedem anderen Typen aus seinem Freundeskreis tun würde. (S. 31)

Such dir Hobbys!

Auch wenn für den Betroffenen die Welt gerade stillsteht – für alle anderen geht der Alltag weiter. Nicht immer können Angehörige oder Freunde anwesend sein. Aus diesem Grund spielen Hobbys eine wichtige Rolle. Meine Mutter entdeckte das Lesen für sich wieder und Aaron führt einen Blog über seine Krankheit und vielen skurrilen Fakten.

Im Jahr 2007 löste eine niederländische TV-Sendung einen Skandal aus. […] Der Titel lautete „Die große Organspender-Show“ und der Preis war eine Niere. […] Ich persönlich finde daran vor allem interessant, wie gut mir die Idee gefällt. […] Da hätte ich mir mein Ersatzteil ehrlich erarbeiten können und würde niemandem etwas dafür schulden. (S. 111 f.)

Letztendlich ist es egal, wie sehr man sich bemüht – krank sein ist ätzend, aber die Geschichten (sowohl die meiner Mutter als auch Aarons) zeigen auch, dass Krankheit nicht nur krank sein bedeutet. Es heißt auch, das Leben mit all seinen Facetten neu für sich zu entdecken und Chancen zu nutzen.

Danke an meine Mama, dass ich ein wenig über ihre Krankheit erzählen durfte.


Gewinnspiel

Ich hoffe, ich konnte euch nun etwas neugieriger auf das Buch machen. Als weiteren kleinen Anreiz habt ihr nun noch die Chance auf eines von 3 signierten Hörbüchern von Ein Teil von uns.

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Hinterlasst einfach bis zum 25.4.16 einen Kommentar unter diesem Post.


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23 responses to “Ein Teil von uns / Blogtour / Umgang mit einer tödlichen Krankheit

  1. Hallo liebe Yvonne,

    ein wirklich bewegender Beitrag! ♥
    Ich finde es sehr schön das du so privat von deiner erkrankten Mutter erzählst. Es tut mir unendlich leid, dass sie mit der Krankheit zu kämpfen hat und ich wünsche ihr nur das Beste! Sie kann sich glücklich schätzen so eine wundervolle Tochter zu haben, die ihr so gut zur Seite steht 🙂

    „Ein Teil von uns“ klingt wirklich nach einer zauberhaften Geschichte und ich würde mich sehr freuen wenn ich das Glück hätte das Hörbuch zu gewinnen. 🙂

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

  2. Daniela Schiebeck

    Dankeschön für deinen sehr privaten und tollen Beitrag. Alles Gute für deine Mama.

    Ich wünsche allen noch einen schönen Samstag.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  3. Hallo Yvonne,

    der Schicksalsschlag war sicher nicht leicht für deine Familie. Danke, dass du uns so nah an dein Privatleben herangelassen hast.
    Es leider immer so, dass die „Gesunden“ zu große Angst haben, etwas falsches vor dem „Kranken“ zu sagen, dass sie sich hierbei vollständig verstellen. Ich glaube, man weiß einfach nicht, wie man sich in diesem Moment verhalten soll. Normal? Liebevoller? Der Betroffene möchte „normal“ sein, nicht mehr so sonderbar wirken. Leider vergessen wir das ständig.

    Danke für den tollen und bewegenden Beitrag!

    Ich wünsche dir und deiner Mutter alles Gute! Es ist beeindruckend, wie du deiner Mutter zur Seite stehst!

    Alles Liebe,
    Tiana

  4. Margareta Gebhardt

    Hallo ,

    vielen Dank für den sehr interessanten und privaten Beitrag
    und deine Mama wünsche ich alles Gute .

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt

  5. Jutta

    Hallo,
    danke für diesen sehr persönlichen Beitrag. Ich kenne das nur zu gut und wünsche alles Gute für deine Mutter!

    lg, Jutta

  6. Jeannine M.

    Guten Abend;
    das ist wirklich ein sehr bewegender Beitrag.
    Ich wünsche deiner Mutter und euch allen auch alles Gute.
    Liebe Grüße
    Jeannine M.

  7. Katja

    Hallo und vielen Dank für diesen sehr persönlichen Beitrag zur Blogtour! Ich sende Dir und Deiner Mutter die besten Wünsche und vielen liebe Grüße
    Katja

  8. kinglouis

    Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft ist das Wichtigste, was wir haben!
    Sicherheit
    Rückhalt
    Stärkung
    Verläßlichkeit

  9. tim goeritz

    Hallo und vielen Dank für diesen sehr persönlichen Beitrag Ich sende Dir und Deiner Mutter die besten Wünsche und vielen liebe Grüße

  10. Eva-Maria

    Herzlichen Dank für Deine sehr bewegenden Worte. Meine Tante starb an Brustkrebs und wurde an dem Tag beerdigt als ihr ältester Sohn eine langerwartende Organspende erhalten hat, die sein Leben von Grund auf änderte. Das war ein sehr schwerer Tag für die Familie und sehr bewegend. Wenn ich daran denke bekomme ich heute noch feuchte Augen. Ich wünsche Euch von Herzen viel Kraft und alles, alles Gute.

  11. Bärbel

    Hallo,
    solche Schicksale gehen einfach tief ins Herz, vor allem, wenn man selber in einer ähnlichen Situation war. Man wächst oft über sich selbst hinaus.
    Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft.
    LG Bärbel
    Natürlich würde ich mich über das Hörbuch sehr freuen!

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