Die Verratenen / Ursula Poznanski

30. April 2014 / Rezensionen / 0 Comments

Die Verratenen / Ursula PoznanskiDie Verratenen von Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2012
ISBN: 3785575467
Seitenzahl: 464
Genre: Jugendbücher
Reihe: Die Verratenen #1
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three-stars (Mehr Infos zum Bewertungssystem)

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

Meine Meinung
Ursula Poznanski betritt neues Terrain und liefert uns mit „Die Verratenen“ den Auftakt einer dystopischen Trilogie. Klar, dass dieses Buch unter den Lesern einen Hype auslöst und bei vielen ganz oben auf die Wunschliste wandert. Bei überwiegend positiven Rezensionen kann das ja nur ein Knaller sein, oder? Leider nein! Gut, solide, aber mehr auch nicht…

Die Idee dieser Dystopie ist interessant, wenn auch nicht überaus neu oder überraschend.
Eine Welt im ewigen Winter. Wer nicht in den Sphären lebt, muss in der Kälte ums Überleben kämpfen. Die Tatsache, dass diese Welt nach einer Klimakatastrophe entstanden ist, lässt alles greifbar nah erscheinen. In diesem Buch erfährt man recht wenig über die Hintergründe, aber das empfand ich nicht als störend, da so die Unwissenheit Rias sehr gut vermittelt werden konnte. Gemeinsam mit ihr muss sich der Leser die Antworten erarbeiten.

Besonders hervorzuheben sind zudem die eingebauten Thriller-Elemente. Es scheint einen Verräter zu geben, aber wer ist es? Es gibt immer wieder Hinweise, die den Leser zum Nachdenken anregen.

Mit den Protagonisten habe ich so meine Schwierigkeiten.
Eliria (Ria) ist die Hauptfigur und zugleich Ich-Erzählerin der Handlung. Daneben gibt es ihre 5 Mitstudenten. Jeder hat seine ganz besondere Fähigkeit, die ihn zu einem wichtigen Mitglied der Gesellschaft innerhalb der Sphären machen soll. Ich kann leider nicht einmal genau sagen, woran es lag, aber keiner konnte mich für sich gewinnen oder auch nur annähernd erreichen, dass ich ihn sympathisch fand. Wahrscheinlich fehlen mir die intensiven Gefühlsausbrüche oder die Ecken und Kanten. Hoffentlich kann ich den Charakteren im nächsten Band mehr abgewinnen.
Aus anderen Poznanski-Büchern ist man einen konstant hohen Spannungsbogen gewohnt. Vielleicht ist dadurch der Anspruch etwas zu hoch gewesen, aber zeitweise ist die Handlung einfach zu langatmig und gerät dadurch ins Stocken. Rias ewige Gedankengänge mögen natürlich aufgrund ihrer Fähigkeiten eine zentrale Rolle einnehmen, aber man muss es ja auch nicht übertreiben. Hinzu kommt, dass die Gruppe der Verratenen verfolgt wird, aber wo bleibt das Gefühl von Gefahr? Manchmal plätschert die Handlung einfach nur vor sich hin. Auf ein spannendes Finale wartet man vergeblich.
Glücklicherweise ist der Schreibstil der Autorin angenehm, so dass sich das Buch trotz der vorhandenen Längen weitestgehend zügig und flüssig liest.

Fazit
Leider bleibt der Wow-Effekt bei diesem Buch aus. Poznanski bietet uns mit „Die Verratenen“ einen soliden Einstieg in diese dystopische Trilogie, die man definitiv weiter verfolgen möchte. Die Idee der Sphären und die besonderen Fähigkeiten der Protagonisten haben mir sehr gut gefallen, aber dennoch konnte ich mich bisher nicht wirklich mit Ria und Co. anfreunden. Ich hoffe, dass „Die Verschworenen“ etwas fesselnder wird.


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