Rezension | Die Stunde der Lilie von Sandra Regnier

5. Dezember 2014 / Rezensionen / 0 Comments


Meine Meinung
Die Stunde der Lilie ist mein erstes Buch von Sandra Regnier, aber ich glaube, diese Autorin sollte man im Auge behalten. Die Geschichte um Julia und ihre Reise ins 17. Jahrhundert ist eine ruhige und atmosphärische Geschichte, die Lust auf mehr macht.

Die Handlung beginnt sehr spannend, denn die besagte Zeitreise Julias lässt nicht lange auf sich warten. Ihre ersten Eindrücke vom Frankreich des 17. Jahrhunderts werden sehr anschaulich beschrieben (Ich muss ja wirklich schmunzeln, dass viele Autoren ihre Protagonisten an ein Filmset glauben lassen).

Das höfische Alltagsleben in Versaille hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere erscheinen so lebendig, dass ich manchmal geglaubt habe, die Autorin war selbst einmal in diesem Jahrhundert.

Julia ist zunächst ein ruhiges Mädchen, ja schon fast eine graue Maus. Während ihrer Zeitreise gewinnt sie immer mehr Selbstbewusstsein und gibt auch einmal Konter. Ich musste so manches Mal über ihre Gedanken und Aussagen lachen. Auch Julias Mentor Etienne habe ich in mein Herz geschlossen. Die Mischung aus strengem Lehrer und Beschützer ist klasse. Die ganze Zeit habe ich erwartet, dass es eine dramatische Liebesgeschichte geben wird, aber ich bin mehr als positiv überrascht, dass es ganz anders kommt.

Ich habe nur zwei Kritikpunkte. Die Handlung ist recht spannung- und konfliktarm. Das Alltagsleben am Hofe des Königs, Julias Integration in die Gesellschaft und ihr Verhältnis zu Etienne sind ja ganz interessant und ich habe es wirklich gern gelesen, aber viel mehr passiert eben auch nicht. Es gibt immer wieder Momente, wo ich dachte, dass es jetzt so richtig losgehen würde, aber alles geht dann viel zu schnell und nahezu reibungslos von statten. Außerdem werden im ersten Buch keine Fragen dazu beantwortet, wie und warum Julia in der Zeit reisen kann.

Die Autorin lässt somit ausreichend Spielraum für die nächsten 2 Bücher ihrer Lilien-Reihe.

Fazit
Die Geschichte um Julia und ihre Zeitreise ins Frankreich des 17. Jahrhunderts hat mich positiv überrascht. Trotz der wenigen Konflikte ist es sehr interessant vom alltäglichen Leben am Königshof zu lesen. Die vielseitigen Charaktere, allen voran Julia und Etienne, runden die im Großen und Ganzen ruhige Handlung ab. Ich hoffe, dass die Autorin in den Folgebänden endlich Antworten bietet und für etwas mehr Spannung, Aufregung und ganz viel Herzklopfen sorgt. Den Grundstein dafür hat sie gelegt.


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