Die Bastardtochter (Petra Schier) | Rezension

20. November 2015 / Rezensionen / 0 Comments

– Meine Meinung –

Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass ich den dritten und letzten Band der Kreuz-Trilogie lesen durfte. Bereits der Vorgänger die Gewürztochter konnte mich begeistern.

Das Buch lässt sich wunderbar als Einzelband lesen, aber auch für diejenigen, die bereits die Eifelgräfin und die Gewürzhändlerin gelesen haben, gibt es vereinzelte Rückblicke, die die Erinnerung wieder auffrischen lassen. Die Karte von Koblenz und das Personenverzeichnis dienen als wunderbare Hilfsmittel.

Eine mystisch angehauchte Handlung vor historischer Kulisse

Der Prolog beginnt im 12. Jahrhundert. Schnell wird klar, dass das Kreuz des Zachäus ein weiteres Mal eine tragende Rolle spielt. Ich mag den mystischen Anteil in dieser Trilogie, da er sehr gut in die sonst historische Handlung eingebaut ist. Außerdem finde ich es gut, dass das Kreuz als Symbol für Freundschaft steht und damit wichtige Werte vermittelt.

Die Haupthandlung spielt anschließend im 14. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten – Enneleyn von Manten. Die junge Frau ist sich ihrem Makel als geborener Bastard bewusst und so stimmt sie schnell der Hochzeit mit dem Ritter Guntram von Eggern zu. Immerhin ist dieser sympathisch und scheint ein guter Ehemann zu sein. Schnell stellt sich aber heraus, dass dem nicht so ist.

Wenn ich die Handlung Revue passieren lasse, stelle ich fest, dass über weiter Strecken hinweg eigentlich „nur“ aus dem Alltag der Familien von Manten, Wied und Bongert erzählt wird und doch habe ich an den Seiten geklebt. Allein Enneleyns neues Leben als Ehefrau am Hofe ihres Gemahls hat mich fasziniert. Die mittelalterliche Lebensweise fasziniert mich immer wieder aufs Neue und wurde von der Autorin meiner Empfindung nach eindrucksvoll und authentisch beschrieben.

Emotional ergreifend

Im Verlauf der Handlung wird immer deutlicher, dass Guntram von Eggern nicht der liebe Ehemann ist, der er zunächst zu sein scheint. Habgier, Brutalität und Erpressung prägen sein Handeln. Enneleyn bekommt dies am eigenen Leib zu spüren. Ihr Bestreben ihrem Vater eine ehrenvolle Tochter sein zu wollen und der Wunsch aus ihrer Hölle auszubrechen haben mich unheimlich berührt. Die Gedanken und Gefühle der jungen Frau werden so emotional ergreifend beschrieben, dass ich mich immer wieder fragen musste, wie ich in solch einer Situation handeln würde. Ebenso Anton Bongert und sein Ziehsohn Palmiro konnten mich begeistern. Während Anton für viel Romantik sorgt, hat mich der kleine Palmiro oftmals zum Lachen gebracht.

Schwaches Finale mit doch zufrieden stellendem Ende

Bis zum Schluss wird die Handlung zunehmend spannender und ergreifender und dann im spannendsten Moment wird alles wahnsinnig schnell aufgelöst und das Buch ist zu Ende. Warum? Ich bin der Meinung, dass letztendlich alles viel zu reibungslos abläuft. Immerhin nimmt sich die Autorin so viel Zeit für die Charakterentwicklung und den Spannungsaufbau und dann wird alles innerhalb von ein paar Seiten aufgelöst. Das fand ich etwas schade, auch wenn mich das Ende selbst sehr zufrieden gestellt hat.

– Fazit –

Petra Schier konnte mich mit ihrer Geschichte ein weiteres Mal begeistern. Charaktere und Handlung werden so lebensnah und authentisch dargestellt, dass ich das Buch nicht nur gelesen sondern erlebt habe. Wer historische Romane mag, wird die von Petra Schier sicher lieben.

– Weitere Meinungen –

Nici’s Buchecke // Ullas Bücherseite // Kleine Fluchten


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